Methodik im Teilprojekt Energie

Im Wesentlichen lehnt sich die grundlegende Vorgehensweise in der Bearbeitung mit der der anderen Teilprojekte Kulturlandschaftsmanagement, Wasser und Abfall an, um die Ergebnisse sinnvoll zusammenführen zu können:

  1. Ist-Analyse
  2. Potenzialanalyse
  3. Entwicklung und Bewertung von Handlungsoptionen
  4. Projektentwicklung
  5. Erstellung ZEV-Handbuch

Ist-Analyse:
Die Ist-Analyse soll Aufschluss geben über

  • den Bedarf an thermischer und elektrischer Energie,
  • die regenerativ erzeugten Mengen an thermischer und elektrischer Energie in den Regionen und
  • die gegenwärtige CO2-Bilanz sich für die jeweilige Verbandsgemeinde.

Die Ermittlung des Wärmebedarfs der privaten Wohnbebauung und vergleichbarer Gebäude erfolgt auf Basis einer Einordnung aller Gebäude in Gebäudeklassen mit spezifischen Wärmeverbrauchskennzahlen (unterschieden nach Wohnfläche und Baualter). Die Einteilung erfolgt anhand von Luftbildern und Planwerken. Die Daten der Gebäudeenergieklassen werden durch Stichproben (detaillierte Vor-Ort-Betrachtung nach dem Schema einer „Energie-Erstberatung“) überprüft: insgesamt 25 Gebäude je Verbandsgemeinde aus verschiedenen Gebäudeklassen.

Der Wärmebedarf des Gewerbes wird durch eine Einzelabfrage der Verbrauchswerte bei den Gewerbebetrieben mit signifikantem Wärmeverbrauch ermittelt. Die zu befragenden Betriebe, je Verbandsgemeinde bis zu 5 Unternehmen, werden im Rahmen einer Akteursanalyse definiert.

Der Wärmebedarf der öffentlichen Gebäude wird auf Basis der Verbrauchsabrechnungen ermittelt. Insgesamt werden 10 öffentliche Gebäude, je Verbandsgemeinde 5 Gebäude, aus verschiedenen Gebäudeklassen (z.B. Rathaus, Grundschule, Sporthalle, usw.) überprüft.

Die Ermittlung des Strombedarfs erfolgt anhand einer Abfrage bei den Energieversorgern (inkl. Lastgänge) sowie ggf. auf Basis der Durchleitungsdaten im Rahmen der Konzessionsabgaben. Die Lastgänge werden ausgewertet und dienen der Entwicklung möglicher Maßnahmen in den folgenden Arbeitspaketen (z.B. Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW), Einführung eines Lastspitzenmanagements) und zur Beurteilung der Verbrauchsituation im Allgemeinen.

Ergänzend werden die in den beiden Verbandsgemeinden bereits bestehenden Anlagen zur Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen ermittelt. Die Ermittlung erfolgt hierbei auf Basis von Abrechnungsdaten (EEG-Vergütung) sowie anhand gewährter Zuschüsse aus Förderprogrammen (z.B. BAFA).

Auf Basis der Bedarfsanalysedaten innerhalb einzelner Bereiche erfolgt die Ermittlung des Gesamtenergiebedarfs. Zur Berechnung der IST-CO2-Bilanz im Teilprojekt TP2 (Zero-Emission) wird ergänzend der Energiemix der Verbandsgemeinden ermittelt, aus dem die CO2-Emissonen errechnet werden.

Potenzialanalyse:
Die Potenzialbetrachtung erfolgt auf Basis zweier unterschiedlicher Szenarien

  • Referenzszenario (auf Basis der heute zur Verfügung stehenden Technologien, der derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der aktuellen Fördermöglichkeiten)
  •  visionäres Szenario (frei von Restriktionen, die Nutzung der maximalen Potenziale)

mit einem Zeithorizont von 10 Jahren.

Für beide Szenarien werden, bezogen auf das Jahr 2020, Prognosen hinsichtlich der zu erwartenden demographischen Veränderungen sowie der ökonomischen Entwicklung in den Zielregionen erstellt. Die zur Betrachtung notwendigen Daten werden im Rahmen des Teilprojektes 2 (Zero-Emission) analysiert und bereitgestellt.

Folgende Potenziale werden betrachtet:

  • Potenzial zur Erhöhung der Energieeffizienz bei Gebäude
  • Photovoltaik (Dach- und Freiflächenanlagen)
  • Solarthermie
  • Windkraft
  • Wasserkraft
  • Biomasse
  • Geothermie
  • Reststoffe

Entwicklung und Bewertung von Handlungsoptionen:
Basierend auf den Ergebnissen der IST-Bedarfsanalyse und der Potenziale werden Handlungsoptionen für eine dezentralisierte Energiebereitstellung erarbeitet, welche die vorhandenen zentralisierten Angebotsstrukturen ergänzen und in der längerfristigen Perspektive weitgehend ablösen. Anhand der im Teilprojekt 2 entwickelten Bewertungsmatrix werden diese Handlungsoptionen auf ihre Auswirkung (Klimawandel, CO2-Vermeidungspotenzial, nachhaltige Landnutzung, interdisziplinäre Schnittstellen usw.) hin bewertet.

Aufbauend auf den Ergebnissen der jeweiligen Bedarfs- und Potenzialanalysen werden Handlungsoptionen zur Weiterentwicklung der Energieversorgung in den Verbandsgemeinden hin zur Etablierung einer    CO2-neutralen Gemeinde bzw. letztlich zu einer „Null-Emissions-Verbandsgemeinde“ erarbeitet. Die Handlungsoptionen werden anhand von Szenarienrechnungen für die Bereiche Einsparung/Effizienz, Wärme- und Kälteversorgung sowie Stromversorgung auf Basis der in der Verbandsgemeinde vorhandenen Potenziale erstellt. Die Szenarien betrachten die möglichen Einsparungen bzw. zu produzierenden Energiemengen und die hiermit verbundenen CO2-Einsparungen. Schwerpunkt dieser Bearbeitung ist nicht die Entwicklung neuer regenerativer Energienutzungstechniken, sondern erprobte Technik neu zu konfigurieren, alte Strukturen aufzubrechen und unter neuen Gesichtspunkten wieder zusammenzusetzen bzw. durch neue Strukturen zu ergänzen.

Projektentwicklung:
Für eine erfolgreiche und zielführende Projektentwicklung ist eine stark interdisziplinäre Bearbeitung erforderlich. Im Rahmen von Arbeitsworkshops  werden unter Beteiligung aller Schlüsselakteure und Know-how-Geber auf Basis von Win-Win-Strategien Next-Practice-Projekte erarbeitet. Diese werden anhand der entwickelten Strategien (kurz, mittel, lang) hinsichtlich ihrer Priorität und Umsetzungswahrscheinlichkeit bewertet und zusammengefasst.

Da Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie der Einsatz erneuerbarer Energien erfahrungsgemäß ein wesentlicher Baustein zur Erreichung des Zieles Null-Emissions-Gemeinde darstellt, ist davon auszugehen, dass mindestens eines bis zwei der Next-Practice-Projekte innerhalb des Teilprojektes Energie entwickelt werden. Im Zusammenhang mit der angestrebten autarken Versorgung werden auch Speichertechnologien für Strom und Wärme sowie der Einsatz von smart grids untersucht.

ZEV-Handbuch:
Sämtliche Ergebnisse aus dem Teilprojekt Energie fließen in ein auf andere (Verbands-)Gemeinden übertragbares Handbuch als Beratungstool für Entscheidungsträger in Gemeinden ein.

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